Black-Box-Test

Veröffentlicht am 2018-03-14 | Stand: 2021-01-25 |  Autor: Melanie Wohnert

Der Black-Box-Test zählt zu den dynamischen Testverfahren. Diese dienen dem Auffinden von Fehlerwirkungen durch Ausführen des Testobjekts auf einem Rechner.

Was sind Black-Box-Test?

Black-Box-Testverfahren sind spezifikationsorientierte Testverfahren. Bei einem Black-Box-Test werden die Testfälle ausschließlich aus der Spezifikation des zu testenden Objekts abgeleitet, ohne dabei dessen innere Struktur, also Architektur und Code, zu berücksichtigen (- diese werden als „Black Box“ behandelt). Es wird also nur das von außen sichtbare Verhalten des Testobjektes beobachtet.

Black-Box-Testverfahren können in allen Teststufen zum Einsatz kommen. Beim Komponententest und Integrationstest ist hierfür jedoch ein Testrahmen (Test Bed) mit Stubs und Treibern notwendig, um ein lauffähiges Testobjekt zur Verfügung zu haben.

Beobachtet wird das Verhalten des Testobjektes von außen. Der Point of Obersvation (PoO) liegt außerhalb des Testobjektes. Es ist keine Steuerung des Ablaufs des Testobjekts außer durch die entsprechende Wahl der Eingabetestdaten möglich. Auch der Point of Control (PoC) liegt außerhalb des Testobjekts.

Black Box Test

Ersteller: Lisa Wendland; Quelle: Software Testing Academy

Welche Ziele können mit Black-Box-Tests erreicht werden?

Generell lässt sich die Korrektheit einer Software nicht mit Hilfe eines Tests nachweisen. Anstatt die Abwesenheit von Fehlern nachzuweisen, belegen Tests die mögliche Anwesenheit von Fehlern.

Im speziellen Fall der Black-Box-Tests handelt es sich um Verfahren, mit deren Hilfe Testfälle mit hoher Fehlerwahrscheinlichkeit spezifiziert werden können. Dadurch werden Lücken in der Implementierung aufgedeckt und daneben gleichzeitig auch die Spezifikation auf Vollständigkeit und Verständlichkeit geprüft.

Welche Nachteile haben Black-Box-Test?

Aus einer informellen Spezifikation Testffälle abzuleiten kann aufwändig und je nach Struktur der Spezifikation auch sehr unübersichtlich werden. Zudem werden durch reine Black-Box-Testverfahren nur die Teile des Systems getestet, welche ein Äquivalent in der Spezifikation haben. Wurden während der Implementierung noch weitere Features programmiert – sei es zum Nutzen („goldene Henkel“) oder zum Schaden des Kunden (z.B. Schadsoftware) – werden diese durch Black-Box-Tests höchstwahrscheinlich nicht gefunden.

In anfänglichen Phasen des Softwareentwurfs erstellte Spezifikationen decken spätere Detailentscheidungen und Entscheidungen hinsichtlich der Implementation nicht ab. Folglich ist ein erfolgreicher Black-Box-Test keine Garantie für die Fehlerfreiheit der Software.

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Black-Box-Test – Welche Testverfahren gibt es?

Es gibt viele verschiedene Black-Box-Testverfahren, im folgenden werden die fünf verbreitetsten Verfahren aufgezählt:

  • Äquivalenzklassenbildung
  • Grenzwertanalyse
  • Entscheidungstabellen
  • Zustandsübergangstest
  • Anwendungsfallbasierte Verfahren

White-Box-Test

m Gegensatz zu den Black-Box-Testverfahren wird bei White-Box-Tests auch das Innenleben des Testobjektes, d.h. die Software-Architektur und der Code, berücksichtigt. White-Box-Testverfahren werden deshalb auch als strukturbasierte oder strukturelle Testverfahren bezeichnet. Hier finden Sie weitere Informationen zum White-Box-Test

Lernen Sie alle Testverfahren kennen

Neben Black-Box- zählen auch der White-Box-Testverfahren und erfahrungsbasierte Testverfahren zu den dynamischen Testtechniken. Hier finden Sie weitere Informationen und Erläuterungen zu dynamischen und statischen Testtechniken und eine Übersicht der gängigsten Testing-Methoden:

Software Testing Methoden

Literaturangaben

Spillner, A., Linz, T. Basiswissen Softwaretest – Aus- und Weiterbildung zum Certified Tester, 6. Auflage, 2019, dpunkt Verlag

Certified Tester Foundation Level Syllabus – Version 2018 V3.1D

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